Was ist Berufsausbildung nach BBIG?

bbig berufsbildungsgesetzBerufsbildungsgesetz BBIG – Big brother is watching – Wer in Deutschland Nachwuchs ausbilden will oder eine Ausbildung in einem staatlich anerkannten Beruf antritt, wird sich mit dem Berufsbildungsgesetz (BBIG) befassen müssen. Das sperrige Wort umfasst alle Rechten und Pflichten des Ausbildungsbetriebes und des Auszubildenden. Auf den ersten Blick wimmelt es vor Paragrafen und juristischen Wörtern. Dennoch, legt es den Grundstein für eine Ausbildung mit der der Berufseinsteiger eine Zukunftsperspektive auf dem Markt haben.

Das BBIG wurde 2005 reformiert und stellt eine einheitliche Ausbildung sicher und schützt beide Parteien vor Missbrauch. Die Erneuerung des Gesetzes beinhaltet unter anderem die Möglichkeit, die Ausbildung teilweise im Ausland zu absolvieren. Es regelt vertraglich vereinbarte Inhalte wie beispielsweise Tätigkeiten, Dauer der Lehre, Freistellungspflicht oder Vergütung. Außerdem beinhaltet es Vorschriften für Berufsausbildungsvorbereitungsmaßnahmen, Umschulung, Fortbildung und die Förderung der Berufsbildung für besondere Personengruppen.

Welche Berufsausbildungen betrifft das BBIG?

Das Gesetz ist die Grundlage für eine duale Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf. Das Bundesinstitut für Berufsbildung veröffentlicht diese jährlich in einem Verzeichnis. Diese Liste zeigt auch die Inhalte und Strukturen der jeweiligen Berufe in einer Ausbildungsordnung an. Jugendliche unter 18 Jahren können nur eine Ausbildung in einem dieser Berufe antreten. Alle Verträge werden von der jeweiligen Kammer registriert und auf ihren Inhalt geprüft. Im Falle eines Nichtbestehens der Abschlussprüfung kann der Verlag bis zum nächstmöglichen (und letzten) Wiederholungstermin verlängert werden.

Nichtig sind Vereinbarungen, die verlangen, dass der Auszubildende nach Beendigung der Ausbildung nicht bei einem Konkurrenten in ein Arbeitsverhältnis zu treten hat, oder in dem Ausbildungsbetrieb zu verbleiben.

Inhalt des Ausbildungsvertrags

– Bezeichnung des Ausbildungsberufes
– Dauer der Ausbildung (zwischen ein und drei Jahren)
– Inhalt und Struktur der Ausbildung (Ausbildungsrahmenplan)
– Prüfungsanforderungen
– Maßnahmen außerhalb des Betriebes
– Tägliche Arbeitszeit im Betrieb
– Vergütung (mindestens nach der Tarifregelung)
– Urlaubsregelung
– Freistellung
– Arbeitszeit
– Dauer der Probezeit (In dieser Zeit können beide Parteien den Vertrag ohne Angaben von Gründen und fristlos kündigen)
– Gründe für vorzeitige Beendigung des Vertrages

„Drum prüfe wer sich ewig bindet…“

Damit es während der Ausbildung zu keinen Missverständnissen zwischen den Parteien kommt, ist es ratsam sich vorher über seine Pflichten und Rechte zu informieren. Hier eine grobe Übersicht über die wichtigsten Inhalte des BBIG

Rechte

– Der Betrieb muss die Mittel zur Ausbildung kostenlos zur Verfügung stellen
– Freistellung für Maßnahmen außerhalb des Betriebes (Die Vergütung muss weiterhin und bis zu sechs Wochen vom Betrieb gewährleistet werden)
– Schriftlich eingereichte Kündigung mit einer vierwöchigen Frist und Nennung des Kündigungsgrundes
– Die Tätigkeiten beziehen sich nur auf solche die Inhalt der Ausbildung sind.
– Zeugnisanspruch

Pflichten

– Lernpflicht
– Sorgfaltspflicht (unter anderem das Führen schriftlicher Ausbildungsnachweise, Berichtshefte)
– Teilnahme- Anwesenheitspflicht in der Schule und im Betrieb
– Einhalten der Betriebsordnung
– Schweigepflicht
– Sofortige Meldung von Krankheit
– Weisungen die dem Ziel der Ausbildung dienen muss Folge geleistet werden
– Bewahrungspflicht (Materialien und Ausbildungsmittel müssen mit Sorgfalt behandelt werden)

One Reply to “Was ist Berufsausbildung nach BBIG?”

  1. Tobias

    Gut zu wissen welche Rechte aber auch welche Pflichten man als Azubi hat. Macht nach nicht unbedingt den besten Eindruck gleich überall anzuecken! Danke

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